Die extreme Rechte wandelt – und radikalisiert sich
junge Welt, 27.08.2012
Trotz des Auffliegens der »NSU«-Terrorzelle wird die Gefahr weiter unterschätzt: Die extreme Rechte in Deutschland hat sich in den letzten Jahren zugleich radikalisiert und verbürgerlicht – und die emsige Verbotsdiskussion um die NPD lenkt die Aufmerksamkeit in die falsche Richtung. Mit den »Autonomen Nationalisten« (AN) ist eine junge und äußerst gewaltbereite Neonazi-Strömung entstanden. Sie kopiert den popkulturellen Stil der Linksautonomen und bietet Action, wirkt anziehend auf Jugendliche. Dazu trägt auch die rechte Musikszene bei. Anhänger der AN sind mehrfach mit Vorbereitungen zu Terroranschlägen aufgeflogen. Am gemäßigten Rand der Szene erstarkten die Rechtspopulisten. Gruppen wie »Pro Deutschland« und »Die Freiheit« versuchen mit islamophoben Inhalten an nationalkonservative und bürgerliche Positionen anzuknüpfen – und »die Partei zum Sarrazin-Buch« zu werden. Zwischen diesen Polen wird die früher dominierende NPD womöglich zerrieben.
„Der gerade erschienene Band Neue Nazis – Jenseits der NPD: Populisten, Autonome Nationalisten und Terror von rechts hebt sich […] von vielen anderen Publikationen positiv ab. Das von Johannes Radke und Toralf Staud, zwei expliziten Kennern der militanten Rechten, verfaßte Buch ist durchgängig verständlich und flüssig geschrieben und bietet eine Fülle an Informationen und Einschätzungen, die vor allem Menschen, die sich in der Vergangenheit nicht mit dem in der BRD ihr Unwesen treibenden Neonazigruppen befaßt haben, einen guten Allgemeinüberblick bieten.«
| Jahr | Seiten | Format | ISBN |
| 2012 | 272 | Softcover | 9783462044553 |


Schreibe einen Kommentar