Raupkopie – Bücher scannen, drucken & binden

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Einleitung

Lesen ist nice, Wissen teilen ist super. Bücher sind teuer. Bibliotheken und Gebrauchtes tun ihren Job. Aber manchmal sind Bücher schwer zu bekommen. Wer E-Books und PDFs liest, kennt: Flecken, große schwarze Streifen am Rand, schiefer Text, unkenntliche Bilder, … ich möchte Euch zeigen, wie man nach meiner Erfahrung Bücher und Co. scannt, sodass diese schön anzusehen und gut lesbar sind. Und wenn man lieber von Papier liest, ist es praktisch zu wissen, wie man Bücher selber drucken und einbinden kann.
LG kamille

Teil 1 – Scannen

Material

  • Dokument (Buch/Broschüre/Zeitschrift…)
  • Scanner, ausreichende Größe:
    • Bücher & Broschüren: mindestens DIN A4 Format
    • Zeitschriften/Magazine: mindestens DIN A3 Format
    • Zeitungen: mindestens DIN A2 Format
  • Computer
  • Scanner Programm
  • Programm zur Bearbeitung von PDF-Dateien, z.B.
    • Adobe Acrobat Pro -> bezahlen oder „“legal erwerben““
    • Alternativen: Libre Office

Ablauf

  1. Einstellungen
  2. Scannen
  3. Nachbearbeitung

Schritt für Schritt

1. Einstellungen

  • Scanner Programm öffnen
  • Richtiges Gerät als Scanner auswählen
  • Dateiformat für die Ausgabe:
    • Wenn möglich: PDF-Dokument (.pdf)
    • Ansonsten: JPG-Bilddatei (.jpg)
  • Auflösung für den Scan: 300 dpi
  • Farbe:
    • Farbscan: wichtig für Bilder und falls später in Farbe gedruckt werden soll
    • Graustufe: spart Schritt bei der Nachbearbeitung
    • Schwarz/Weiß: kann zu saubereren Scan führen, Details können verloren gehen (vor allem bei Bildern)
  • Speicherort: Für die Scans einen Ordner in der Bibliothek anlegen, der gut wiedergefunden werden kann

2. Scannen

Scanner-Typen
  • Flachbett („Standard“ Scanner die in Fotokopiermaschinen/Druckern eingebaut sind):
    • Nachteil: langsamer, schlecht für Bücher
    • erfordert zusätzliche Handgriffe
    • Vorteil: Scan relativ sauber
    • Am Besten mit „Deckel“, der frei abnehmbar ist
    • Verwendung:
      • Ausrichtung finden (in welche Richtung muss das Dokument zeigen?)
      • Dokument nach mir der Seite nach unten auf Glasplatte legen
      • Abdeckung möglichst flach darauf drücken
      • dabei Dokument nicht verrutschen
  • Einzug (oft bei großen Druckermaschinen in Büros, Unis, Copyshops):
    • Nachteil: nur für lose Blätter
    • Gefahr von Papierstau
    • Vorteil: kann ganze Papierstapel schnell scannen
    • Verwendung:
      • Ausrichtung finden
      • Papierstapel in richtiger Reihenfolge einlegen
      • Stapel muss möglichst gerade und gleichmäßig sein
  • Overhead (oft zu finden in Unibibs):
    • Vorteil: schnelleres Arbeiten möglich
    • Nachteil: Scan evtl. „unsauberer“
    • Verwendung:
      • Buch unter Kamera legen
      • Objekt „fixieren“ (damit z.B. Buch nicht zuklappt)
  • Buchscanner (Overhead):
    • professionell & perfekt geeignet
    • schwieriger zu finden
letzte Anpassungen
  • Vorschau anzeigen lassen
    • Dokument verschieben, bis es gerade liegt
    • wenn möglich: Bereich, der gescannt werden soll schon zuschneiden:
      • einzelne Seiten scannen
      • immer einen ähnlich großen Ausschnitt wählen
      • für reine E-Books nicht unbedingt nötig
  • Scannen!
    • Bei PDF-Dokument: Datei nicht speichern, sondern weitere Seiten hinzufügen (evtl. Limit von 100 Seiten hintereinder)
Dokument erstellen
  • Einzelne Seiten/PDF-Dokumente im PDF-Programm zusammenfügen
    • JPGs werden dabei in PDF umgewandelt
    • auf richtige Reihenfolge achten
  • Seiten wenn nötig drehen
    • Überprüfen, ob Seiten fehlen oder unlesbar sind
    • wenn ja, diese nochmal scannen und einfügen

3. Nachbearbeitung

  • PDF-Dokument bearbeiten
  • Seiten wenn nötig zuschneiden
  • Dokument „drucken“ und dabei „als PDF speichern“ auswählen:
    • Die Seiten werden auf ein gleiches Format gebracht
    • Möglichkeit (auch später): „in Graustufen drucken“
  • Texterkennung aktivieren (wichtig: dass Text und Bilder „getrennt“ werden)
  • Hintergrund löschen bzw. so zuschneiden, dass grafische Elemente (Striche, Bilder, Rahmen usw., evtl. Notizen) erhalten bleiben und Schatten, Flecken verschwinden
    • Alternative/Ergänzung: Helligkeit und Kontrast von Hintergrundbildern anpassen
  • Text verschieben und auf Seite zentrieren
  • Evtl. kaputte Textstellen ersetzen, Formatierung korrigieren, grafische Elemente ersetzen
    • Gefahr: Führt zu Fehlern mit der Formatierung, Originalzustand geht verloren, Text verschiebt sich

Das macht doch einen großen Unterschied 🙂

Übrigens können natürlich auch bestehende PDF-Scans so möglichst aufgehübscht werden. Dazu ist es sinnvoll, Doppelseiten nochmal aufzuteilen. Dazu gibt es in PDF-Programmen ebenfalls Werkzeuge.

Bonus: auf https://libgen.rs/ suchen, ob es das gescannte Buch schon dort gibt, und hochladen falls nicht.

Teil 2 – Drucken

Diese Anleitung bezieht sich ausschließlich auf Dokumente, die aufgeschlagen in das A4 Format passen.

Material
Erklärungen zum Bücherbinden

Auszug aus der Website von bookbinder 3.0.:

What is it?

Bookbinder is a program that will convert a PDF document into signatures suitable for traditional bookbinding.

While there are a lot of programs on the net that will create a single booklet from a small document, I couldn’t find one that would turn a 500 page novel or textbook into several signatures. So I had to write one.

The chosen PDF is split into chunks, the page order of each chunk is rearranged, then the pages are placed two to a page in a new PDF. After printing and folding, each bundle of sheets should be a correctly ordered signature, ready for binding.

Something like this…

The program does steps 1 and 2. You have to do the rest to create a finished book.

Um ein lesbares Heft aus Doppelseiten zu erhalten, reicht es nicht, diese ineinanderzufalten. Probiert das gerne mal aus, und versucht, es wie ein Heft durchzublättern – die Seiten sind logischerweise nicht in der richtigen Reihenfolge. Die Richtige Reihenfolge kann man sich ausrechnen – zum Glück gibt es auch Programme, die so etwas können.

Ein Hardcover Buch besteht quasi aus mehreren kleineren Heften, die man Signaturen nennt. Das kann man auch erkennen, wenn man von oben auf den Buchblock schaut.

Schritt für Schritt
  • fertige PDF-Datei unter „File“ auswählen
  • Einstellungen passend zum Drucker auswählen
  • Dokument generieren
  • Einzelne Signaturen nacheinander beidseitig bedrucken
    • automatisch oder manuell
  • Auf Druckfehler überprüfen
    • Notfalls nachdrucken oder von Hand korrigieren

Teil 3 – Binden

Ich bevozuge die Fadenbindung. Dazu gibt es bereits sehr gute Tutorials im Internet, hier meine Empfehlungen:

Schnelle Anleitung:

https://www.youtube.com/watch?v=BBvWA71Zglc

Gründlicher Guide & Fortgeschrittenes Wissen:

https://www.selberbuchbinden.de/

Persönliche Präferenzen
  • Ich drucke gerne noch Cover und Buchrückseite in Farbe aus, und klebe sie auf den Einband. Dabei muss natürlich auf die richtigen Maße geachtet werden.
  • Ich habe aus einem altem Radiergummi mit Linolschnittwerkzeugen einen Stempel geschnitzt, mit dem ich alle Bücher versehe, die ich drucke. Das gibt dem ganzen nochmal einen persönlicheren Touch.
Schwierigkeiten
  • Laufrichtung des Papiers: Ein etwas fortgeschrittenerer Punkt: leider ist normales Kopierpapier nicht perfekt für den Buchdruck geeignet. Druckereien benutzen anderes Papier. Aber etwas anderes ist zuhause schwer zu machen, zumindest habe ich noch keine gute Lösung gefunden.

Hattest du schon mal ein englisches Taschenbuch in der Hand und warst überrascht, dass es sich so schlecht aufschlagen lässt?

Das liegt an der Laufrichtung des Papiers, die in diesen Büchern bei der Bindung nicht beachtet wurde.

okay shady…

  • Der ganze Prozess ist sehr zeitaufwändig und drucken ist nicht sehr günstig (Empfehlung dazu: inoffizielle Druckerpatronen von Tonerdumping). Ich glaube nicht, dass es sich finanziell lohnt, im Copyshop ein Buch drucken zu lassen (wenn das überhaupt möglich ist). Aber es kann eben viel Spaß machen sowas selber zu machen.
  • Zu „Sicherheit“ generell kann ich wenig sagen. Aber ich will erwähnen, dass neben offensichtlicheren Spuren, die man auf Papier hinterlassen kann, sich auch zurückverfolgen lässt, u.a. von welchem Drucker, wann, … etwas gedruckt wurde. Dazu druckt jedes Gerät kaum erkennbare codes auf das Papier.
Andere Bindetechniken:
  • Klebebindung
  • Ringbindung
  • Tackern

-> Alles benötigt zusätzliche Maschinen

  • Mit Liebe und Beten /j

Am Ende der Anleitung? Herzlichen Glückwunsch zu dem selbstgemachten Buch 🙂


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