In dem Band, der unter der Herausgeberschaft von Klaus Trappmann erscheint, wird das Phänomen der Vagabondage in der deutschen Gegenwart litt. Die Texte nähern sich dem Wandernden als Figur zwischen Not und Widerstand, zwischen Alltagslosigkeit und einer Idee von Freiheit. Durch individualisierte Lebensporträts ergibt sich ein mosaic aus Stimmen und Erfahrungen, die das soziale Gewebe der Heimatlosigkeit sichtbar machen. Der Fokus liegt weniger auf Chronik als auf Episoden, die Taktgefühl, Ironie und Milde gleichermaßen zeigen. Detallierte Beobachtungen menschlicher Notlagen stehen neben pointierten Milieustudien und lyrischen Passagen. Die Herausgeber legen dabei Wert auf eine vielstimmige Archivierung, die den Vagabunden eine literarische Gegenstimme gegenüber der Normalbiografie verleiht. Die Texte arbeiten mit ironischer Distanz, ohne Gesinnungsskrieg, und laden zu einer reflexiven Auseinandersetzung mit dem Begriff der Heimat ein. Insgesamt entfaltet sich so ein kondensiertes Panorama wandernder Lebensläufe, das sowohl dokumentarisch als auch ästhetisch ansprechend bleibt.
| Jahr | Seiten | Format | ISBN |
| 1980 | 367 | Softcover, Groß | 9783920372327 |

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